Einführung eines Passagiernachtflugverbots am Köln Bonn Airport abgelehnt

Das Bundesverkehrsministerium hat im Rahmen seiner Fach- und Rechtsaufsicht die Einführung eines Passagiernachtflugverbots am Köln Bonn Airport abgelehnt. „Im Ergebnis kann das BMVBS der Einführung einer Betriebsbeschränkungsrichtlinie für Passagierflüge in der Kernnacht in der von der Landesregierung vorgesehenen Form nicht zustimmen“, heißt es zur Begründung. „Unsere Rechtsauffassung, die wir seit Beginn des Verfahrens vertreten, wird somit bestätigt. Die bis 2030 geltende Nachtflugregelung für den Köln Bonn Airport lässt die Einführung eines solchen Verbots nicht zu. Wir freuen uns, dass damit Klarheit in der für das Unternehmen, unsere Airline-Kunden und den Wirtschaftsstandort so wichtigen Fragestellung geschaffen ist“, sagt Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH.

Die bis 2030 geltende Nachtflugregelung am Köln Bonn Airport erlaubt nicht nur einseitig den nächtlichen Flugbetrieb, sie „deckelt“ auch den nächtlichen Lärm. Sie verpflichtet den Flughafen, alle 5 Jahre den Nachweis zu erbringen, dass der Lärm geringer ist als im Referenzjahr 1997.

Ähnliche Artikel

  • Neue Koalitionsvereinbarung der Landesregierung NRW
    Stellungnahme der Flughafen Köln/Bonn GmbH zur Koalitionsvereinbarung Landesregierung in NRW - Der Köln Bonn Airport betrachtet Lärmschutz als eine wesentliche Unternehmensaufgabe. In der Vergangenheit hat das Unternehmen immer wieder eigeninitiativ Maßnahmen und Projekte zum Schutz der Anwohner vor Fluglärm aufgelegt. In erster Linie ist das Programm zum Passiven Schallschutz zu nennen, das die Flughafengesellschaft vor nunmehr 18 Jahren als freiwillige Leistung gestartet hat. Fast 46.000 Wohnungen in knapp 20.000 Häusern rund um den Flughafen haben Anspruch auf die Leistungen des Flughafens, der dafür 85 Millionen Euro bereit stellt. Köln/Bonn hat als erster Flughafen in Nordrhein-Westfalen das Lärm mindernde Anflugverfahren „CDA“ verbindlich für Landungen zur Nachtzeit eingeführt, was zu deutlich reduzierter Lärmbelastung am Boden führt. Am Köln Bonn Airport unterstützt auch die Absicht der zukünftigen Landesregierung, umweltbezogene Landeentgelte weiter zu entwickeln. Lärm- und schadstoffabhängige Landegebühren wurden am Köln Bonn Airport bereits eingeführt.

    Der Köln Bonn Airport besitzt eine gültige Nachtfluggenehmigung bis zum Jahr 2030. Diese beinhaltet auch die Erlaubnis für Passagierflüge in der Nachtzeit. Der Flughafen Köln/Bonn geht davon aus, dass diese Genehmigung gerichtsfest ist. Die Auswirkungen eines etwaigen Verbotes von Passagierflügen in der Zeit von 0 bis 5 Uhr hat die Flughafengesellschaft im Jahr 2008 in einer Studie untersuchen lassen. Danach würde ein Nachtflugverbot im Passagierverkehr in der Zeit von 0 bis 5 Uhr unmittelbar zu einem Verlust von 1,2 Millionen Passagieren im Jahr führen. Dies würde in der Konsequenz bereits im ersten Jahr zum Wegfall von rund 1700 direkten und indirekten Arbeitsplätzen führen. Die aus einem solchen Nachtflugverbot resultierenden Einnahmeverluste  sind für die finanzielle Situation des Unternehmens bedrohlich.
    Vor dem Hintergrund des beispiellosen Konjunktureinbruchs, der die gesamte Luftfahrtbranche 2009 in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt hat und dessen Folgen bis heute zu spüren sind, wäre ein Verbot von Passagierflügen in der Zeit von 0 bis 5 Uhr umso schwerer zu verkraften. Zusätzlich muss der Flughafen Köln/Bonn Einnahmeausfälle durch die isländische Aschewolke in Höhe von drei Millionen Euro ausgeglichen. Weitere erhebliche Belastungen kommen durch die beabsichtige Einführung einer „Luftverkehrssteuer“ auf den Köln Bonn Airport zu.
Go to top